Die 24pm Werbeagentur GmbH zog 2013 vom Buttermarkt 1 in das alte Weigangshaus Vor dem Schülertor 1 in Bautzen, wo sie ihr 10-jähriges Bestehen im September 2017 feierte.

Die Gründung der Druckerei für Lithographie Wilhelm Adolf Weigang & Comp.

Druckerei für Lithographie Wilhelm Adolf Weigang & Comp. vor dem Schülertor 1 in Bautzen

Die Bautzner Druckerei für Lithographie Fa. Wilhelm Adolf Weigang & Comp. wurde 1838 von Adolf Weigang gegründet. Das Unternehmen hatte seinen Sitz für über zwanzig Jahre auf der Wendischen Straße. Doch Otto, Adolf Weigangs in der Druckerei angestellter Sohn, störten die unpraktischen Druckpressen, die oft aus Holz gefertigt waren. Deshalb erfand er mit einem befreundeten Ingenieur eine dampfbetriebenen Handschnellpresse, die das Druckverfahren zur damaligen Zeit revolutionierte.

Durch die Herstellung und den Verkauf dieser Maschine wurde eine Erweiterung notwendig und es folgte der Umzug in das Wohn- und Geschäftshaus Vor dem Schülertor 1, dessen obere Etagen die Familie Weigang als Wohnung nutzte.

Die Übernahme der Druckerei durch die „Gebrüder Weigang“

Mit der Übernahme durch die Söhne Otto und Eduard entstand 1867 aus der Fa. Wilhelm Adolf Weigang & Comp. das Unternehmen „Gebrüder Weigang“. Aufgrund erreichter Kapazitätsgrenzen wurde die Druckerei bereits 15 Jahre später, 1883, vom Schülertor auf die Löbauer Straße verlegt (später RFT und Philips). Ein Jahr zuvor, 1882, zogen die Gebrüder Weigang in ihre neue Villa an der Wallstraße, die Eduard für seinen Sohn Rudolf als Hochzeitsgeschenk von Professor Alwin Anger, ein Dozent an der Dresdner Kunstgewerbeschule, erbauen ließ.

Das Werk spezialisierte sich auf Druckartikel rund um Zigarrenkisten. Der weltweite Export dieser Artikel ließ das Unternehmen rasant wachsen. 1905 beschäftigten die Gebrüder 800 Mitarbeiter auf 30.000 m2.

Der Niedergang des Unternehmens

Mit dem Ausscheiden Otto Weigangs (er galt als großzügiger Kunstmäzen und Stifter zum Wohle der Stadt Bautzen) und der schweren Situation zu Beginn des 1. Weltkriegs kam es zu wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Aufgrund fehlender Mittel und nötigen Investitionen konnte der Betrieb mit dem aufkommenden Offsetdruckverfahren nicht Schritt halten.

In den 1930‘er Jahren erlebte das Unternehmen seinen Niedergang. Zunächst wurde es in staatliche Treuhand übernommen und 1935 an Georg Jahn verkauft, welcher die Druckerei in die Weigang-Organisation GmbH umwandelte und sich auf die Herstellung von Büroartikeln spezialisierte. Das Unternehmen zog von Bautzen nach Dresden, und 1947 nach Ebern in Franken, behielt aber die Zweigniederlassung in Dresden. Der Firmenteil auf dem Gebiet der DDR erlosch 1970, wohingegen sich von Ebern aus die Firma weiterentwickelte.

 

Quellen:
https://www.denkmalschutz.de/denkmal/Villa-Weigang-Weigangstrasse-1.html
https://www.villa-weigang.de/familie.php
http://www.archiv.sachsen.de/archiv/bestand.jsp?oid=09.22&bestandid=11760&syg_id=
http://www.bautzen.de/museum-bautzen.asp?iid=1138&mid=341&uid=436
https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/E3HNCKI7IOQ2XEYYJJMEURN67Q5PXAQF

Bildquelle: Nach dem Chromopot-Verfahren von Klimsch & Co - Flachoffsetdruck der Firma Gebrüder Weigang Bautzen

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